Handlesen · 8 Min. Lesezeit ·

Handberge und ihre Bedeutung: Venusberg, Jupiterberg, Mondberg

Die Linien zeigen, welche Wege du gehst. Die Berge zeigen, woraus du gemacht bist. Wer nur Linien liest, übersieht die halbe Hand.

Wer Handlesen sagt, denkt an Linien. Meine Großmutter in Izmir fing woanders an. Sie drückte mit dem Daumen auf die Polster der Handfläche, erst unter den Fingern, dann am Daumenballen, und nickte oder zog die Brauen hoch, bevor sie überhaupt eine Linie ansah.

Diese Polster heißen Handberge. Sie tragen die Namen der sieben Planeten des alten Himmels, und jeder Berg steht für eine Eigenschaft: Wärme, Ehrgeiz, Ernst, Freude, Wortgewandtheit, Vorstellungskraft, Mut.

Hier erfährst du, wo jeder Berg liegt, was es bedeutet, wenn er voll oder flach ist, und wie Stern, Kreuz, Dreieck, Viereck und Gitter gelesen werden. Wie alles beim Handlesen ist das Überlieferung und Deutung, keine Messung und keine Diagnose.

Was Handberge sind und wie du sie findest

Handberge sind die erhöhten Stellen der Handfläche: vier unter den Fingern, einer am Daumenballen, einer gegenüber an der Handkante, zwei kleinere dazwischen. Die Mitte der Hand, die Mulde, heißt Marsebene.

So findest du sie:

  1. Wölb die Hand leicht, als wolltest du Wasser schöpfen. Die Berge treten hervor.
  2. Sieh von der Seite, auf Höhe der Handfläche, gegen das Licht eines Fensters. So erkennst du, welcher Berg am höchsten steht.
  3. Taste mit dem Daumen der anderen Hand. Ein Berg kann hoch und weich sein oder flach und fest. Beides zählt.
  4. Vergleich die Berge miteinander, nicht mit fremden Händen. Der Berg, der in deiner Hand am deutlichsten ist, gibt den Ton an.
VollDie Eigenschaft ist stark und sichtbar
FlachSie spielt eine leise Rolle
Sehr vollSie drängt sich vor
FestDu setzt sie ein
WeichDu träumst mehr davon

Ein flacher Berg ist kein Mangel. Er zeigt nur, dass dieses Thema dein Leben nicht bestimmt. Die Namen stammen aus derselben Tradition wie die Astrologie. Wer wissen will, wofür Venus, Jupiter oder Saturn im Horoskop stehen, findet das im Astrologie-Lexikon und in den Grundlagen des Geburtshoroskops.

Die Berge unter den Fingern

Unter jedem der vier Finger liegt ein Berg. Oft sitzt er nicht genau unter dem Finger, sondern ist zum Nachbarn hin verschoben. Dann mischen sich die beiden Eigenschaften.

Jupiterberg

Unter dem Zeigefinger. Ehrgeiz, Selbstvertrauen, der Wunsch zu führen, ein Sinn für Gerechtigkeit. Voll: Du übernimmst gern Verantwortung und bist großzügig. Flach: Du stehst lieber in der zweiten Reihe und drängst dich nicht vor. Sehr voll: Du bestimmst gern über andere, auch ungefragt.

Saturnberg

Unter dem Mittelfinger. Ernst, Pflichtgefühl, das Bedürfnis, allein zu sein. Er ist bei den meisten Menschen der flachste der vier, und das gilt als gutes Gleichgewicht. Voll: Du denkst gründlich, bist gern für dich und nimmst Dinge schwer. Flach: Du trägst Verantwortung, ohne darüber zu grübeln.

Apolloberg

Unter dem Ringfinger, auch Sonnenberg genannt. Freude, Sinn für Schönheit, Lust am Gestalten und daran, gesehen zu werden. Voll: Wärme, Charme, eine Hand für Musik, Farbe oder Sprache. Flach: Du bist nüchtern und brauchst keine Bühne. Sehr voll: Beifall ist dir zu wichtig.

Merkurberg

Unter dem kleinen Finger. Sprache, Handel, ein schneller Kopf, Humor. Voll: Du kannst reden, verhandeln und Menschen für dich gewinnen. Flach: Du sprichst nicht gern vor anderen und schreibst lieber. Mehrere kurze senkrechte Striche auf diesem Berg liest die Tradition als Zeichen für Menschen, die sich gern um andere kümmern.

Venusberg und Mondberg

Die beiden größten Berge liegen unten in der Hand und stehen einander gegenüber. Der eine ist Körper und Nähe, der andere Vorstellung und Ferne.

Venusberg

Der Daumenballen, von der Lebenslinie umschlossen. Liebe, Wärme, Sinnlichkeit, Lebensfreude, die Bindung an Familie. Voll und fest: Du bist herzlich, genießt Essen, Musik und Berührung und gibst gern. Flach: Du bist zurückhaltend, brauchst wenig und zeigst Zuneigung sparsam. Sehr voll: Du willst alles auf einmal. Wie weit die Lebenslinie um diesen Berg schwingt, erklärt der Artikel über die Lebenslinie.

Mondberg

Der Ballen gegenüber dem Daumen, an der Kleinfingerseite, bis hinunter zum Handgelenk. Vorstellungskraft, Gespür, Erinnerung, Fernweh. Voll: Du hast ein reiches Innenleben, träumst lebhaft und liebst Wasser und Reisen. Flach: Du bist ein Mensch der Tatsachen und stehst mit beiden Füßen auf dem Boden. Wölbt er sich weit zur Handkante hinaus: Du bist unruhig und lebst viel in dem, was sein könnte. Menschen mit vollem Mondberg erzählen mir fast immer von ihren Träumen. Für sie lohnt sich ein Blick auf die Traumsymbole.

Was steht in deiner Hand?Fotografiere beide Handflächen. Dilara liest links, was dir mitgegeben wurde, und rechts, was du daraus gemacht hast.
Hand lesen lassen

Marsberge und Marsebene

Mars hat in der Hand gleich drei Orte. Sie sprechen alle vom Mut, aber von drei verschiedenen Arten.

Innerer Marsberg

Zwischen Jupiterberg und Venusberg, innerhalb des Anfangs der Lebenslinie, über dem Daumen. Angriffsmut: die Bereitschaft, den ersten Schritt zu tun und für das Eigene einzustehen. Voll: Du gehst auf Dinge zu und wirst schnell laut. Flach: Du gehst Streit aus dem Weg.

Äußerer Marsberg

An der Handkante, zwischen Merkurberg und Mondberg, unterhalb der Herzlinie. Ausdauer und Widerstandskraft: der Mut, stehen zu bleiben, wenn es schwierig wird. Voll: Du hältst durch und gibst nicht nach, auch wenn niemand zusieht. Flach: Du lässt dich leicht entmutigen und brauchst Zuspruch.

Marsebene

Die Mulde in der Mitte der Handfläche, durch die Kopflinie und Schicksalslinie laufen. Sie zeigt, wie du mit dem täglichen Druck umgehst. Fest und eben: ein ausgeglichenes Temperament. Tief eingesunken: Du nimmst dir vieles zu Herzen und hältst dich zurück. Dick und erhöht: Du bist schnell aufbrausend.

Zeichen auf den Bergen: Stern, Kreuz, Dreieck, Viereck, Gitter

Auf den Bergen sitzen oft kleine Zeichen aus feinen Linien. Sie zählen nur, wenn sie für sich stehen und klar sind. Ein Kreuz, das bloß entsteht, weil zwei Hauptlinien sich schneiden, ist kein Zeichen.

Stern

Mehrere feine Linien, die sich in einem Punkt treffen. Ein Höhepunkt im Thema des Berges, oft plötzlich. Auf dem Apolloberg: Anerkennung. Auf dem Jupiterberg: ein erreichtes Ziel. Auf dem Mondberg: eine Vorstellungskraft, die andere erreicht.

Kreuz

Zwei Linien, die sich kreuzen. Eine Prüfung oder ein Wendepunkt in diesem Bereich. Eine alte Ausnahme: Das Kreuz auf dem Jupiterberg gilt als Zeichen für eine glückliche Bindung.

Dreieck

Begabung, die klug eingesetzt wird. Auf dem Merkurberg: Geschick im Verhandeln. Auf dem Mondberg: Fantasie, die eine Form findet. Auf dem Saturnberg: ein Kopf für schwierige Fragen.

Viereck

Schutz. Ein Rahmen, der hält, wenn es in diesem Bereich wackelt. Auf dem Jupiterberg heißt es Lehrerquadrat und wird als Gabe gelesen, anderen etwas beizubringen.

Gitter

Viele feine Linien, die sich kreuz und quer überlagern. Verstreute Kraft und Unruhe in diesem Thema. Auf dem Venusberg: ein großes Bedürfnis nach Zuneigung. Auf dem Mondberg: eine Vorstellungskraft, die nachts nicht zur Ruhe kommt.

Berge und Linien zusammen lesen

Ein Berg allein ist ein Eigenschaftswort. Erst mit den Linien wird ein Satz daraus. Die wichtigste Regel: Eine Linie nimmt die Farbe des Berges an, auf dem sie endet.

Endet die Herzlinie auf dem Jupiterberg, liebst du mit hohen Ansprüchen. Läuft die Schicksalslinie gerade auf den Saturnberg, trägst du deine Aufgabe mit Ernst. Zieht die Sonnenlinie auf einen vollen Apolloberg, macht dir deine Arbeit Freude, und man sieht es. Neigt sich die Kopflinie zum Mondberg, denkst du in Bildern. Wo alle diese Linien verlaufen, steht im Überblick über die Handlinien und ihre Bedeutung.

Such dann den stärksten Berg deiner Hand. Er gibt dir einen Namen: Ein Venusmensch lebt aus der Wärme, ein Merkurmensch aus dem Wort, ein Mondmensch aus der Vorstellung. Die meisten Hände haben zwei starke Berge, und die Mischung ist das Eigentliche.

Die Linien erzählen, was geschieht. Die Berge erzählen, wem es geschieht.

Vergleich zuletzt beide Hände. Ein Berg, der rechts voller ist als links, ist eine Eigenschaft, die du entwickelt hast. Warum die beiden Hände Verschiedenes zeigen, erkläre ich im Artikel welche Hand gelesen wird. Auf Fotos sind Berge schwerer zu erkennen als Linien. Mit Seitenlicht und einer leicht gewölbten Hand geht es. In der FalciDilara-App lese ich beide Handflächen aus deinen Fotos, die Berge eingeschlossen. Mehr findest du unter Handlesen.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein ausgeprägter Venusberg in der Hand?

Ein voller, fester Venusberg wird als Zeichen für Herzlichkeit, Lebensfreude und Großzügigkeit gelesen. Solche Menschen genießen gern und binden sich eng an Familie und Freunde. Ist der Berg sehr weich und sehr voll, fällt das Maßhalten schwerer.

Welcher Handberg ist der wichtigste?

Der, der in deiner Hand am stärksten ausgeprägt ist. Es gibt keinen Berg, der bei allen Menschen mehr zählt. Ich schaue zuerst auf Venusberg und Mondberg, weil sie am größten sind, und dann auf den höchsten Berg unter den Fingern.

Was bedeutet ein Stern auf einem Handberg?

Die Tradition liest ihn als Höhepunkt in dem Bereich, für den der Berg steht. Auf dem Apolloberg ist es Anerkennung, auf dem Jupiterberg ein erreichtes Ziel. Ein Stern ist ein Hinweis, kein Versprechen.

Ist es schlecht, wenn meine Handberge flach sind?

Nein. Flache Berge gehören zu Menschen, die sachlich und ruhig durchs Leben gehen und ihre Eigenschaften nicht zur Schau stellen. Oft sind dann die Linien umso deutlicher, und die Deutung stützt sich mehr auf sie.

Können sich Handberge verändern?

Ja. Berge werden mit den Jahren voller oder flacher, auch durch das, was du mit deinen Händen tust. Die Überlieferung liest das als Eigenschaften, die wachsen oder zurücktreten. Ein Foto pro Jahr zeigt dir den Unterschied.

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